| Modellselbstbau oder Umbau, wie geht das ? ( Für Ungeübte und Anfänger )
Wir wurden schon des öfteren angesprochen, wie man Modelle selbstbaut bzw. umbaut. Dies möchten wir gerne tun.
Werkzeugausstattung
Man sollte schon eine Mindestausstattung an Werkzeugen haben, wie z. B. Seitenschneider, Feinsäge, Skalpell, Schraubendreher, Pinzette (besonders wichtig bei Spur N), eine Minibohrmaschine mit Bohrern ab 0,3 mm bis ca. 1,5 mm ersatzweise und für manche Arbeiten auch besser, kann ein Stiftenklöbchen (Handbohrer) verwendet werden, für Lötarbeiten einen Lötkolben 30 W. oder einen kleinen Gas-Lötbrenner, eine sogenannte 3. Hand für die Messing-geätzten Gehäuselötungen sowie eventuell selbstgebaute Biegelehren oder für runde Dächer Rundhölzer. Ein Anschlagwinkel wäre auch ganz gut zu gebrauchen. Was man sonst noch braucht sind verschiedene Klebstoffe wie Sekundenkleber (Gel) und Stabilit-(Express).
Etwas Werkstoffkunde
Unsere Bausätze bzw. Kleinserienbausätze allgemein sind aus den verschiedensten Werkstoffen gefertigt wie z.B. hauptsächlich Messing - geätzten Teilen da sich flächige Teile wie Gehäuse mit wenigen Abstufungen in der Konstruktion mit einem vor allen Dingen finanziell vertretbaren Aufwand herstellen lassen. Eine Metallspritzgußmaschine mit Stahlgußformen ist hier illusorisch.
Für mechanisch beanspuchte Teile, wie Seitenwangen und Steuerungsteile bei Dampfloks und E-Loks, lassen wir diese Teile in Neusilber ätzen. Dieses Material ist härter als Messing. Aus Gründen des vorbildlichen Aussehens sind auch unsere neuen Lokschilder aus Neusilber, uns wurde schon von unserer Kundschaft bestätigt das sie sehr gut aussehen und sehr vorbildgerecht aussehen, fast wie Alu-Guss Schilder.
Für unsere neuen Modelle werden wir aus Gewichts- und Verarbeitungsgründen Zinn (Weißmetall)-Guss verwenden. Dies sind vor allen Dingen Gehäuseteile die als Urmodell auch aus MS - geätzten Teilen mit einer Verdickung von mindestens 1 mm gefertigt werden. Diese Wandstärke ist aus technischen Gründen erforderlich. Diese Wände lassen sich auch sehr gut mit den oben angegebenen Klebstoffen verkleben. Hier entfällt das Löten was nicht jedermanns Sache ist.
Fast der wichtigste Werkstoff ist Messing in Schleuderguss. Hier lassen sich alle Bauteile mit Volumen wie z.B. Lampen, Pumpen, Kessel, Tritte und vieles mehr anfertigen. Natürlich müssen hier auch Urmodelle von einem sogenannten Urmodellbauer angefertigt werden, dieses ist in unserem Falle ein Graveur. Dreh-und Frästeile die später in Messing gegossen werden entstehen in der eigenen Werkstatt. Die Teile werden in der Regel geklebt. Ein weiterer Werkstoff der von uns verwendet wird ist Resin ( ein Kaltguss-Kunststoff ). Der Stoff findet bei Teilen die nicht sehr schwer werden dürfen wie z.B. Dächern oder auch das Gehäuse des Doppelstockwagens ist daraus, Verwendung.
Modellbau (wie es z.B. bei dem Bausatz der BR 59 aussehen könnte)
Wir weisen vorsorglich darauf hin, das unsere Bauanleitung detaillierter ist und den Rahmen dieser kleinen Abhandlung bei weitem sprengen würde
Beim Modellselbstbau (aus einem Bausatz) muß man ein Modell von Grund auf die Räder stellen. Wir nehmen Ihnen bei einem Komplettbausatz diese Arbeit ab und liefern ein vormontiertes lauffertiges Fahrwerk, da dies bei der Spur N u. Umständen für den Bastler zu unüberwindlichen Schwierigkeiten führen kann. So ist schon mal eine der größten Schwierigkeiten beim Selbstbau aus einem Bausatz aus unserem Hause beseitigt.
Nun kann je nach Art des Bausatzes mit dem Biegen und Löten der Ätzteile (Führerhaus) bzw. mit der Vorbereitung des Kessel bei einer Dampflok (angekörnte Löcher fertig bohren). Nach diesen Vorbereitungen können die Bauteile wie Griffstangenhalter, Kesselfeinteile (was ist das schon wieder) also Ventile, Leitungen etc. angeklebt werden. Der Umlauf muß gebogen und mit den Pumpen bestückt werden, die Pufferbohle mit den Lampen und Bremsschläuche (hier sind Löcher schon durchgeätzt) gesetzt werden. Dies geschieht z.B. so, das man an den Lampen noch ein Stückchen vom Anguß stehen läßt und die Löcher steckt. Dies kann geklebt oder gelötet werden. Nachdem alle in der Bauanleitung angegebenen Teile montiert sind müssen die verschiedenen die Baugruppen wie Fahrwerk ( Räder ), Kessel und Führerhaus wegen der Lackierung demontiert werden.
Umbau von Industriemodellen
Für den Umbau eines Industriemodells gehört eigentlich nur der Wille ein inviduelles Modell zu haben. Es gehört auch etwas Mut dazu sein eventl. teuer erstandenes Großserienmodell zu bearbeiten.
Der vielleicht gängigste Umbau ist die Bestückung der vorderen Pufferbohle bei Schlepptenderloks. Bevor die Bauteile ( Bremsschläuche, Ori-Kupplung und Heizkupplung ) montiert werden können müssen mit der Minibohrmaschine oder dem Stiftenklöbchen die Löcher für die Befestigungszapfen gebohrt werden. Die Angüsse werden nun mit Sekundenkleber benetzt und in die Löcher gesteckt. Die Lage der einzelnen Teile lassen sich am besten von Vorbildfotos entnehmen. Nun können die Teile grundiert und lackiert werden.
Eine weiterer beliebter Umbau sind neue Lampen, da die elektrisch beleuchteten der Industriemodelle meistens beim Betrieb nicht vorbildgemäß flackern. Hier müssen die alten manchmal wenig vorbildgerechten Lampen entweder abgezogen oder mit einem Skalpell abgeschnitten werden. Die Lichtleiter werden wenn möglich abgezogen in die entstandenen Löcher können die Angüße der Lampen eingesetzt werden. Es kann aber auch vorkommen das die Löcher neu gebohrt werden müssen dies geschieht mit den oben angegebenen Bohrwerkzeugen. Die Angüße werden mit Sekundenkleber benetzt und in die vorbereiteten Löcher eingesetzt. Die Lampen können grundiert und lackiert werden wobei zu beachten ist, das die Lampeninnenseiten weiß ausgelegt werden.
Wenn man etwas mehr Mut gefaßt hat können nun vielleicht etwas größere Umbauten von Industriemodellen bzw. Verfeinerungen angegangen werden. Die Möglichkeiten was gemacht werden kann sind sehr vielschichtig, aber man sollte sich vielleicht einige Bücher über Baureihen oder ähnliches anschaffen. Natürlich kann man auch eigene Bilder die von Exponaten der einschlägigen Eisenbahnmuseen oder-(Bahnen) zugänglich sind als Vorlage nehmen. Umbauanleitungen in den verschiedenen Publikationen sind hier auch ganz brauchbar (leider meistens für H0).
Lackierung, ein Kapitel für sich
Die Teile ( Baugruppen ) müssen nun in Seifenlauge gründlich, aber vorsichtig damit nicht ein Bauteil verloren geht, entfettet werden und dürfen danach nicht mehr bloßen Fingern angefaßt werden.
Wir empfehlen zur Lackierung eine Farbspritzanlage, wenn man selbst keine besitzt, kann vielleicht ein befreundeter Modellbahner - oder bauer aushelfen.
Nun sollten die Teile zuerst mit Grundierung lackiert werden, dies dient der besseren Haftbarkeit des Lackes.
Nach mindestens 24 Stunden kann dann das Teil lackiert werden. Hier ist über die Technik schon sehr viel geschrieben worden so das sich weitere schlaue Ratschläge erübrigen.
ir hoffen das wir Ihnen, lieber Modellbahnfreund ein kleinen Einblick in die Praxis des Modellbaus und Umbaus von Modellfahrzeugen geben konnten und Ihnen den Mut geben konnten es doch auch mal selbst zu versuchen.
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